Michael in Canada  
Michael in Canada

 

 

11. Oktober 2004

MapLetzte Woche hab ich mir endlich einen Brita Wasserfilter gekauft. Jetzt kann ich auch das  Leitungswasser genießen! Ohne schmeckts ganz arg nach Chlor - da bekommt man bloß noch mehr Durst. Das schlechteste Essen überhaupt hab ich auch die Woche zustandegebracht. Ich teste gerade die "Maggi"-Fix Produkte: Rind Stroganoff - dermaßen eklig fettig...
Mit Yi und Zhihao werde ich am Wochenende nach Victoria fahren, das ist die Provinzhauptstadt und liegt auf Vancouver Island.

 

 

 

Victoria

Um halb sieben gehts bei Regen los. Zuerst mussten wir zwei Stunden mit dem öffentlichen Bus bis zum Fährterminal in Tsawwassen fahren. Es ist das Thanksgiving Wochenende, dementsprechend voll war der Bus - viele Leute machen ein paar Tage Urlaub auf Vancouver Island. Auch am Fährterminal war eine riesen lange Schlange. Das ist richtig professionel gemacht, mit Gangways auf die Schiffe, Warteräumen, Gepäckaufgabe usw. Die Fähre fährt erst durch die St. of Georgia und anschließend zwischen vielen kleinen vorgelagerten Inseln hindurch nach Swartz Bay auf Vancouver Island.

BC Ferries
Gegenfährkehr

Auf dem Deck ists saukalt und windig, ab und zu regnet es - wie in Norwegen! Auf den kleinen Inseln stehen vereinzelte Villen mit Meerblick. Aber das muss so ziemlich am A. der Welt sein wenn man da wohnt! Auf der Fähre haben wir dann auch noch Bustickets nach Victoria gekauft. Dort ist dann auch wieder Sonne rausgekommen! Zuerst haben wir uns das echt schöne Parlamentsgebäude angeschaut. Es wurde um die Jahrhundertwende gebaut.

BC Parliament in Victoria
Parlament

Von dort aus sind wir durch Downtown gelaufen. Mittaggegessen haben wir in Chinatown - war irgendwie nicht soo besonders... Hernach sind wir zur Art Gallery, Eintritt 4$, da kann man nichts falsch machen. Waren ein paar ganz gute Exponate von einem Japanischen Künstler. In ein Kolonialstil Haus konnte man auch noch reinschauen - die Reichen hattens schon damals gut!

BC Parliament


Von Dort aus sind wir in den Beacon Hill Park gelaufen. Interessant ist, dass an der Uni inzwischen alle Bäume laubfrei sind, hier hat dagegen der Herbst gerade erst angefangen. Von dort kann man über die Strait of Juan de Foca in die USA schauen. Leider war es dort neblig, sodass man nicht den Mt. Olympus sehen konnte. Am Strand ist alles voll Treibholz und wir klettern ein bisschen über die Felsen. Das Wetter wechselt ständig zwischen Sonne und Nieselregen.

Strait of Juan Fuca, US
Supermacht?
dark reflections


Michael and Zhihao


Zhihao and Yi
Glitschig, und gewackelt hats auch als ich weiter raus bin!

Danach sind wir zum Hostel (Hostelling International Victoria). Das ist ein wirklich gutes Hostel, alles sauber, geräumig, riesen Küche, großer, hoher Schlafsaal... Das Abendessen hat sich schwierig gestaltet. Alle Restaurants haben eine Warteliste und die Preise sind 2 bis 3 mal so hoch wie in Vancouver! Wir waren dann beim Vietnamesen. Hernach haben wir noch ein paar Fotos vom kitschig beleuchteten Parlamentsgebäude und von der ganzen Stadt gemacht. Vom 8. Stock eines Parkhauses haben wir auch noch runtergegafft!

Victoria at Night

Am nächsten Tag hab ich micht im Hostel nach Whalewatching erkundigt. Der Mensch meinte, dass er gerade gehört hat dass heute Killerwale und Buckelwale geschtet wurden. Die haben angeblich ein ganz ganz ausgeklügeltes Suchnetzwerk. Nachdem ich mich da angemeldet hab musste ich auf die Schnelle was zum Frühstücken finden. Der einzige Laden der offen hatte war Starbucks - ein kleines Sandwich für 6$ - kotz!
Zum Whalewatching mussten wir dann alle einen gelben Überlebensanzug anziehen. Mit einem Zodiak Schlauchboot mit 270 PS gings dann los. Das Wasser ist brettleben und das Teil geht so richtig ab! Mit dem könnte man schon fast in die USA flüchten, wenns denn einen Grund gäb aus Kanada zu flüchent... Die schlechte Nachricht war allerdings, dass die Killerwale inzwischen davon geschwommen sind, angeblich legen die mehrere hundert Kilometer am Tag zurück. Es gab lediglich zwei Buckelwale zu sehen - die haben allerdings geschlafen, so dass nur ab und zu der Buckel aus dem Wasser geschaut hat - nicht wirklich spannend, vor allem wenn man schon richtig schwimmende Wale von einer Fähre in Norwegen aus gesehen hat... Die Fahrt ging weiter zu den Race Rock Inseln. Die heißen so, weil da eine starke Strömung dazwischen dirch geht. Auf den Felsen waren viele Seelöwen. Und die Strömung war tatsächlich beträchtlich! Angeblich sind hier früher viele Handelsschiffe aufgelaufen. (früher = vor 150 Jahren! Mehr Geschichte gibt es ja hier nicht). Ein Stückchen weiter draußen wurde die Fahrt dann zu einer teuren Achterbahnfahrt! Über den Pazifik Schwell gings hoch und runter und ab und zu ein bisschen durch die Luft.

Um halb zwei hab ich dann wieder die beiden anderen am Royal British Columbia Museum getroffen. Die haben sich zwischenzeitlich die University of Victoria angesehen. Im Museum gibt es eine Ausstellung über die Kunst und Kultur der verschiedenen West Coast Indianerstämme. Die haben schon echt beeindruckende Sachen gemacht. Schnitzereien aus einem besonderen Stein (Argillite), viele Masken, Marterpfähle... Die lebten hier im Winter zum Teil in richtigen Häusern aus riesen Baumstämmen.


(http://www.tribalcrafts.com)

Im Museum war auch eine Sonderausstellung über Ägypten. Die Exponate waren Leihgaben aus dem British Museum London. Mir sind sie trotzdem nicht bekannt vorgekommen... Auf jeden Fall war in der Ausstellung die Hölle los und die Statuen waren schon richtig gut, so quer durch die ganze Ägyptische Geschichte. Und die stehen hier auf Ägypten, schließlich ist das alles "B.C."
In der Ausstellung hab ich die beiden anderen dann verloren. Im Bus zurück zur Fähre haben wir uns wieder getroffen. Die Rückfahrt nach Hause dauerte insgesamt fast 5 Stunden, das komm ich schon halb richtig heim! Allerdings sind die 5 Stunden hier billiger als ein halber Heimflug :-)
Fazit Victoria: Schöne Stadt, kleine Stadt (im positive Sinn), sündteure Stadt. Ist halt einfach ein sehr beliebtes Touristen- und Ausflugsziel. Mit Schnellbooten kann man auch in nur zweieinhalb Stunden von Seattle hinfahren.

Vor dem Wohnheim in der Uni haben wir dann wieder Familie Waschbär getroffen, diesmal war ich nah genug dran um sie ordentlich zu fotografieren!

back to top October 23, 2009
Michael Steger

Michael in Canada